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Eichenprozessionsspinner – Gefahr für Tier und Mensch

Der Eichenprozessionsspinner ist ein unscheinbarer, graubrauner Nachtfalter, der kaum auffällt. Seine Larven allerdings wandern typischerweise, mit Vorliebe für Eichen, in meterlangen Prozessionen den Baumstamm auf und ab – und führen bei Kontakt zu massiven Problemen bei Mensch und Tier!

Die Raupen sind 5 cm lang und mit langen Härchen übersät,  die bei Berührung starken Juckreiz auslösen Die Giftsubstanz, die eigentlich  vor Fressfeinden zu schützen soll, ist ein Nesselgift namens Thaumetopoein.

Symptome

Beim Menschen verfangen sich die kleinen Widerhaken der feinen Haare an den Kleidern und Schuhen und lösen heftigen Rötungen, Quaddeln und Pusteln mit sehr starkem Juckreiz aus. Diese Hautreaktionen halten unbehandelt oft ein bis zwei Wochen an.

Nicht nur direkter Kontakt ist gefährlich: Abgebrochene Härchen und alten Larvenhäute, die nach der Verpuppung  in den Nestern liegenbleiben, werden bei günstigen Luftströmungen über weite Strecken vertragen und führen bei Einatmen – egal ob Mensch oder Tier –zu schweren Atembeschwerden bis hin zum allergischen Schock.

Hunde, die im Gestrüpp stöbern und versehentlich auf ein Raupennest oder einzelne Tiere stoßen, können sich schwer verletzen. Vor allem die Hundenase, die Augen und die  Maulinnenseite  sind anfällig –  schweren Verätzungen sind die Folge, die unter Umständen sogar zum Absterben der betroffenen Areale, z. B.  an der Zunge führen

Bleiben die Raupen oder die Brennhaare im Fell eines Hundes hängen, lösen sie  in der Regel keinen Juckreiz aus. Leckt sich der Hund das Fell ab,  besteht auch hier Gefahr, dass die Mundschleimhäute oder der Verdauungstrakt in Mitleidenschaft gezogen werden,

Verbreitung

Die Eichenprozessionsspinner ist in Mitteleuropa weit verbreitet. Er bevorzugt warme Eichenwälder, je lichter die Bäume stehen, desto besser. . Als wärmeliebende Art profitiert er von der Erhöhung der Durchschnittstemperatur in Mitteleuropa.

Lebensweise

Ein Weibchen legt im Durchschnitt ca. 150 winzig kleine Eier. Bereits im Herbst entwickelt sich die Jungraupe, sie überwintert im Ei. Anfang Mai schlüpft eine neue Generation von Raupen aus den Eiern, um die frisch getriebenen Eichenblätter zu verzehren. Nach einigen Wochen gehen die Raupen in mehrreihigen Prozessionen auf Wanderschaft und legen ihre gespinstartigen, bis zu 1 m langen Nester an. Jeweils am Abend gehen sie in Gruppen von bis zu 30 Individuen im Gänsemarsch zu den saftigen Blättern in der Baumkrone. Hierbei verzehren sie die Blätter bis auf die stärkeren Rippen des Blattes. Tagsüber, zur Häutung und zur Verpuppung, bleiben die Raupen im Nest. Im Juli oder August, nach vierwöchiger Puppenruhe im Schutze eines Kokons, schlüpft schließlich der erwachsene Schmetterling.
Es existieren spezialisierte Beutegreifer, denen diese haarigen Raupen als Nahrung dienen. Zum Beispiel der Kuckuck, räuberische Laufkäfer wie Puppenräuber oder auch Schlupfwespen sorgen für ein Gleichgewicht im Tierreich.

Auch wenn die Raupen sich längst verpuppt und in Schmetterlinge verwandelt haben, bleiben die leeren Nester gefährlich. Die Härchen verlieren auch dann ihre Wirkung nicht und brennen immer noch, wenn man sie berührt. Darum sollte man von befallenen Bäumen möglichst Abstand halten und seinen Hund lieber irgendwo ausführen, wo der Eichenprozessionsspinner sich noch nicht breitgemacht hat.

Eichenprozessionsspinner