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Kotfressen

Kotfressen

Definition: Unter Kotfressen versteht man die Aufnahme des eigenen Kotes, des Kotes anderer Artgenossen, oder des Kotes anderer Tierarten.

Kotfressen als normale Verhaltensweise

Bei einigen Tierarten stellt das Kotfressen ein durchaus normales Verhalten dar, so z. B. bei Ratten und Kaninchen.

Kotfressen beim Hund

Der Hund zählt nicht zu jenen Tierarten, bei denen Kotfressen eine normale Verhaltensweise darstellt. Die Verdauung des Hundes ist praktisch im Dünndarm abgeschlossen, denn nicht nur Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate, sondern auch Mineralstoffe (sowie Vitamine werden hier abgebaut und aufgenommen.

Der Vergleich der Längenverhältnisse der beiden Darmabschnitte Dünndarm und Dickdarm zeigt beim Hund deutlich die relative Kürze des Dickdarms, der nicht darauf ausgelegt ist, wie beim Nager bestimmte Nährstoffe zu bilden, so dass daher keine Notwendigkeit besteht, fehlende Nährstoffe über das Kotfressen abzudecken. Auch vergleichende Studien der Verhaltensforschung beim Hund selbst und seinem Vorfahren, dem Wolf, zeigen, dass Kotfressen bei diesen Tierarten nicht zu den normalen Verhaltensweisen gehört. Dennoch wird Kotfressen beim Hund gelegentlich beobachtet.

Ursachen

Die Ursachen für Kotfressen sind nicht genau bekannt. Eine Reihe von Faktoren kann jedoch zu diesem für Hunde ungewöhnlichen Verhalten führen.

  • Bei Welpen ist zunächst die natürliche Neugierde anzuführen, alle möglichen Gegenstände zu beschnuppern und daran zu knabbern.
  • Bei ausgewachsenen Hunden wird Kotfressen am häufigsten beobachtet, wenn sie in zu kleinen Zwingern, in denen es zu einer Ansammlung von Exkrementen kommt, gehalten werden.
  • Bei Krankheiten, insbesondere bei Befall mit Darmparasiten, oder bei Krankheiten der Bauchspeicheldrüse, die zu extremem Heißhunger führen, ist Kotfressen festzustellen. Dabei verliert der Hund auch rapide an Körpermasse, so dass das Tier tierärztlich untersucht werden sollte.
  • Bei nicht artgerechter Ernährung, die einen gravierenden Mangel an Mengen- und Spurenelementen sowie eine Unterversorgung mit Vitaminen zur Folge hat, wird Kotfressen beobachtet – diese Aussage wird von vielen Autoren angezweifelt und gilt in erster Linie für den erwachsenen Hund.

Folgen des Kotfressens

Abgesehen von den Unannehmlichkeiten für den Tierbesitzer, die mit dem Kotfressen verbunden sind, ist dieses abnorme Verhalten auch für den Hund selbst aus hygienischen Erwägungen bedenklich. Es kann durch die Aufnahme vom Kot anderer Tiere zur Übertragung von Parasiten und von bakteriellen Krankheitserregern (z. B. Salmonellen) kommen.

 Verhütung des Kotfressens

Wichtig ist,  alle möglichen Ursachen, die zu Kotfressen führen können, beseitigt werden. Bei Welpen, die noch nicht stubenrein sind, ist der Kot sofort nach dem Absetzen zu entfernen. Außerdem brauchen  Welpen geeignete Dinge zum Spielen . Zwinger sollen nicht zu klein sein und müssen stets sauber gehalten werden. Hunde sollen genügend Auslauf haben und sich ausgiebig bewegen können, am besten zusammen mit anderen Hunden.

Frisst der Hund dennoch Kot, sollte eine parasitologische Kotuntersuchung durchgeführt und andere Krankheiten (z. B. der Bauchspeicheldrüse) ausgeschlossen bzw. im Krankheitsfall eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden. Bei Kotfressern als Folge extremer Unterversorgung von verschiedenen Mineralstoffen und Vitaminen hilft nur die kontinuierliche Umstellung auf ein Futter, das täglich alle lebensnotwendigen Nährstoffe in ausgewogenen Mengen enthält, so dass der Hund in der Regel mit dem unangenehmen Kotfressen aufhört. Wichtig ist, dass alle Vorkehrungen zu treffen sind um den Hund mit dem abnormen Verhalten des Kotfressens gar nicht erst beginnen zu lassen.

Sollte der Hund nicht zu überreden sein, mit dem Kotfressen aufzuhören, kann auch spezielles Training helfen.

 Maßnahmen

  • Saubere und hygienische Haltung auf genügend großem Raum
  • Reichlich Auslauf oder sonstige Bewegung des Hundes
  • Artgerechte Ernährung mit besonderer Berücksichtigung einer täglichen ausgewogenen Versorgung mit allen lebensnotwendigen Mineralstoffen und Vitaminen.