Wissenswertes

Verhalten: Unsauberkeit bei Katzen

Toilettenbenutzungstraining

Neben Mängeln am Katzenkistl kann mangelhaftes Training der Katze zur Benutzung der Toilette eine weitere Ursache für unerwünschten Kot- und Harnabsatz im Haus oder in der Wohnung sein.

Als Therapiemaßnahme sollte die Toilettenbenutzung positiv verstärkt werden. Alle ein bis zwei Stunden und kurz nach dem Trinken und Fressen wird die Katze zur Toilette gelockt oder getragen und unter freundlichem Zuspruch in diese hinein gesetzt.

Die Vorderpfote wird ergriffen und in der Einstreu gescharrt, der Bauch vom Brustbein bis zum Becken mit dem Zeigefinger massiert. Bleibt die Katze in der Toilette, bzw. setzt sie Kot oder Harn ab, wird sie entsprechend gelobt.

Sucht die Katze nach der Toilette oder zeigt Unruhe, wird sie dort hin gebracht und wie oben erwähnt verfahren.

Bei jedem Erfolg muss die Katze überschwänglich gelobt und belohnt werden, nie jedoch bestraft, denn dadurch werden die Unsauberkeitsprobleme noch verstärkt. Jede neu in den Haushalt kommende Katze sollte prophylaktisch auf diese Weise trainiert werden, damit Unsauberkeitsproblemen von vornherein vorgebeugt wird.

Zeigt das Training keinen Erfolg, sollte die Katze für einige Tage in einen kleinen Raum (z.B. Bad) gesperrt werden, in welchem nur Raum genug für ihren Schlafplatz, den Futter- oder Trinknapf sowie die Katzentoiletten (zwei) ist. Erst nach drei bis vier Tagen erfolgreicher Toilettenbenutzung soll die Katze aus dem Zimmer gelassen werden.

Mehrkatzenhaushalte

Die goldene Regel für die Anzahl der Katzenkistel: Zahl der Katzen plus eins………….

Toilettenansprüche

Verunreinigungs- oder Unsauberkeitsprobleme sind bei Katzen die häufigsten Verhaltensprobleme – durch die damit verbundenen Gerüche sind es auch die unangenehmsten.

Im Mittelpunkt aller Bemühungen rund um dieses Thema steht das „Katzenkistl“

Das Kistl – die Idealvorstellungen

Katzen harnen und koten nie in der Nähe von Schlaf- und Fressplätzen.
Die Anzahl der Toiletten sollte mindestens eine mehr betragen, als Katzen im Haushalt sind, d.h. bei einer Katze zwei Klos, getrennt für Kot- und Harnabsatz. Bei mehreren Etagen sollte in jedem Stockwerk und auch im Keller eine Toilette vorhanden sein. Freilaufkatzen, die sich gelegentlich im Haus aufhalten, brauchen dort ebenfalls eine Toilette.

Der Platz, an dem die Katzentoiletten stehen, sollte ruhig und gut zu lüften sein. Oft mögen Katzen die fensterlosen, durch Ventilatoren belüfteten Toilettenräume unsererseits nicht. Auch die Küche, oder ein Raum, in dem Futter aufbewahrt wird, ist nicht geeignet.

Die Katze sollte immer freien Zugang zu ihrem Klo haben – offene Tür oder Katzenklappe. Daher sind auch Balkone für die Katzentoilette nicht immer geeignet, denn sie müssten ständig zugänglich sein. Meist ist es auf dem Balkon für die Katze auch zu interessant, um in Ruhe zu pinkeln, Blumenkästen verleiten Katzen häufig zur Zweckentfremdung.

Die Grundfläche der Toilette sollte mindestens 30 x 40 cm betragen. Die Toilettenränder sollten mindestens 20 bis 25 cm hoch sein, damit die Katze im Stehen nicht über den Toilettenrand harnen kann. Der Urinabsatz erfolgt zwar im Hocken, aber zum Schluss hebt fast jede Katze ihr Hinterteil langsam an. Ältere Katzen hocken sich häufig gar nicht mehr ganz hin, wodurch ebenfalls die Gefahr besteht, dass der Urin bei zu niedrigen Rändern darüber geht.
Über der Katzentoilette sollte ein Freiraum sein, sodass die Katze aufrecht stehen kann und keine Handtücher oder Vorhänge über sich hängen hat. Auch die Abflussgeräusche eines Waschbeckens oder der Lärm einer Waschmaschine können auf Katzen störend wirken.

Die Toilette sollte kein Dach und keine Ein- und Ausgänge mit Türen besitzen. Viele Katzen fühlen sich dadurch eingeengt, auch der Geruch hält sich zu lange.
Die Einstreu sollte mindestens 4 cm hoch eingestreut sein, eine gute Saugfähigkeit besitzen und keine spitzen oder scharfen Kanten aufweisen, um Verletzungen der Pfoten zu vermeiden. Wohnungskatzen haben empfindliche Ballen als Freilaufkatzen.
Bei der Einstreu sollte immer das gleiche, gewohnte Fabrikat verwendet werden, ohne Deodorantzusätze.
Keine Katze möchte beim Betreten ihrer Toilette oder beim Scharren nasse Pfoten bekommen. Toiletten ohne Einstreu werden daher oft nicht angenommen, Zeitungs- oder Papierschnitzel werden rasch feucht und riechen unangenehm. Auch kompostierbare Stroheinstreu ist ungeeignet.

Die Einstreu muss regelmäßig mindestens zweimal pro Woche vollständig gewechselt werden, nicht nur der verschmutzte Anteil.

Zur Reinigung der Toilette sollten keine ammoniakhaltigen Mittel Verwendung finden, da diese ähnlich wie Katzenurin riechen – ein möglicher Grund, die Toilette zu meiden. Generell sollten scharfe, stark riechende Reinigungsmittel vermieden werden, meist reichen heißes Wasser, eine Bürste und geruchsfreie Neutralseife.
Zur Beseitigung von Kalk- und Geruchsresten bietet sich Essigwasser an. Kalk bindet Gerüche länger und hält Katzen von der Benützung ihrer Toiletten ab .

Reinigung von markierten Flächen

Die von Katzen markierten Flächen müssen gründlich gesäubert werden. Zunächst werden sie mit Neutralseife und heißem Wasser abgewaschen und nach dem Trocknen mit 70% Alkohol eingesprüht.. Danach wieder trocknen lassen.

Dann wird Trockenfutter auf oder vor diese Stellen gelegt. Keine Katze uriniert auf Stellen, auf denen Futter liegt, das sie mag. Zusätzlich wird täglich über einen Zeitraum von 4 Wochen Feliway auf diese Stellen gesprüht, bevor das Trockenfutter ausgelegt wird.

Nach diesen 4 Wochen wird nur noch jeden 2. Tag Feliway gesprüht, es muß aber dafür gesorgt werden, dass immer Trockenfutter auf den Stellen liegt.

Nach 8 Wochen wird der Zeitabstand für das Versprühen von Feliway auf jeden 3. Tag und im weitern Verlauf alle 14 Tage um einen Tag erhöht, bis ein Wochenrhythmus erreicht ist.

Die verunreinigten Stellen sollen über mindestens 8 Monate wöchentlich mit Feliway eingesprüht werden. Die Verwendung von Feliway imitiert das Markieren durch Köpfchengeben von Katzen, der Geruch hat außerdem eine friedlich stimmende Wirkung. Wenige Katzen urinieren auf Stellen, wo andere mit ihrem Kopf eine Geruchsbotschaft hinterlassen haben, sie reiben dagegen meist ebenfalls ihren Kopf daran.

Wichtig ist, dass Feliway auf vorher gründlichst gereinigte Flächen gesprüht wird.

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